Campaigning, Social Media, Startups

Virale Startups: Video zu Brown Bag Event an der Startup Academy

Die Startup Academy hat mich für ein Brown Bag Event eingeladen. Hier der Videoclip zu meinem Input: «Virale Startups: Wie nutze ich das Potenzial von Social Media?».

Worum geht’s? Social Media sind für Startups ein Erfolgsfaktor. Der Schneeball-Effekt von Facebook & Co. hilft, eine Community aufzubauen, um bestehende Kontakte zu binden und neue Zielgruppen für die eigenen Produkte und Dienstleistungen anzusprechen. Am Brown Bag Lunch gab ich Tipps und Tricks aus der Praxis weiter.

  • Auf welcher Social Media-Plattformen soll ich aktiv sein?
  • Wie baue ich eine funktionierende Community auf?
  • Welche Inhalte passen auf welche Kanäle?

Habt ihr auch Tipps und Tricks für Startups?

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Netzwelt, Social Media, Uncategorized

Authentizität als konstanter Mangel

Lesenswerter Beitrag zum Thema Selfiekultur. Mehr dazu auch in der  Tageswoche und  in meinem Blog «Selfie, Sex und Politik: Anmerkungen zum Fall Geri Müller».

Avatar von Philippe WampflerSchule Social Media

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»Und genau das will ein Selfie sein – authentisch«, heißt es in Matthias Oppligers Essay über Selfies, der in der heutigen Ausgabe der Tageswoche zusammen mit einem längeren Gespräch mit mir erschienen ist.

Mit diesem Satz bin ich nicht einverstanden. Wer Selfies als Kommunikationsform einsetzt, nutzt das Potential der Selbstinszenierung in der Regel. Sich für das Bild schnell die Haarsträhne aus dem Gesicht wischen, das erste löschen und schnell noch eins anfertigen, den Bildausschnitt leicht verändern und noch einen kleinen Filter drüberlegen – all diese Schritte laufen schon fast automatisch ab, bevor ein Selfie auf Instagram das persönliche Netzwerk erreicht.

All photographs are posed, every single one of them. Every one of them. Every last one of them. They’re all posed. Maybe they’re not all posed in the same way, but they’re all posed.

Diese Einsicht von Errol Morris gilt für alle Formen von medialer Kommunikation: Jede Überführung von Wahrnehmungen…

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Netzwelt, Social Media

Selfie, Sex und Politik: Anmerkungen zum «Fall Geri Müller»

Wer gehofft hat, im medialen Sommertheater sei nach dem Akt mit der «Porno-Sekretärin» der Schlussvorhang gefallen, sieht sich getäuscht. Mit dem «Fall» Geri Müller erhält die Serie eine Fortsetzung, die sich erneut um das potente Dreieck Selfie, Sex und Politik dreht. Die Hauptrolle spielt dieses Mal allerdings keine unbekannte Bundesbeamtin, sondern ein gewählter Volksvertreter.

Gewiss gibt es im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz Vorwürfe, die weit über die Selfies hinausgehen und die noch zu klären sein werden. Wer die bisherige Berichterstattung liest, stellt aber fest, dass in altbekannter Manier durchs Schlüsselloch gelinst wird, die Kommentatoren sich vor Empörung überschlagen und süffisante Schlagzeilen auch den letzten Leser so richtig scharf auf die Bildchen machen.

Mich stört dabei vor allem, dass beim ganzen Getöse der gelassene Blick auf die Selfie-Kultur aussen vor bleibt. Mehr noch: Statt die Gelegenheit zu nutzen und sich unaufgeregt einem Alltagsphänomen anzunähern, wird dem sensationslüsternen Publikum mit dem «Grüsel-Geri» in allseitiger medialer Erregung vorgeführt, welche ach so dekadenten Abgründe sich hinter der nur scheinbar harmlosen Schnappschuss-Welt auftun. Nicht von ungefähr kritisiert der Blogger Philippe Wampfler, dem ich den Entwurf zu diesem Blogtext gezeigt habe, Medien nutzten Geschichten wie diese oft nur als Vorwand, um «allgemeingültige» Vorstellungen und Bilder einer sexuellen Normalität zu propagieren, die so nicht existiert.

Sex und Medien haben eine lange, gemeinsame Geschichte, lautet doch eine der ältesten Binsenwahrheiten im Mediengeschäft «sex sells». Vermutlich hätte sich der «Fall Müller» kaum anders entwickelt, hätte der Betroffene einen Brief, ein Polaroid-Bild oder gar eine explizite Zeichnung von sich verschickt. Bemerkenswert bleibt jedoch der Zeitpunkt der beiden jüngst in den Medien verhandelten Nacktselfie-Patzer: Er zeigt, dass die Selfie-Kultur zu einem festen Bestandteil unseres Zusammenlebens geworden ist. Noch vor zwei Jahren hätte sich wohl höchstens eine Handvoll Leute gemeldet, wenn ich in einem Social Media-Kurs mit 30- bis 50-jährigen TeilnehmerInnen gefragt hätte, wer bereits ein Selfie von sich auf Social Media veröffentlicht hat. Heute dürfte es die Mehrheit sein.

Nicht nur Stars und Sternchen inszenieren sich täglich mit Ego-Schnappschüssen. Im Aargau ebenso, wie im Weissen Haus oder an der Leichtathletik-EM. Die Fans liken die «authentischen» Bildgeschichten und die Medien veröffentlichen die Fotos in Serie, auch wenn Selfies mittlerweile oft das Werk von PR-Profis sind. Und schliesslich verzichtet kaum eine Marketingkampagne auf einen Selfie-Wettbewerb, um «hochwertigen Brand-Content» zu erzeugen, den die Leute auch auf privaten Kanälen weiter verbreiten.

Die Selbstinszenierung im Netz ist Mainstream geworden und macht auch vor gesellschaftlichen Tabu-Zonen, wie beispielsweise Sex, nicht Halt. Ohne gerade einen wissenschaftliche Studie zur Hand zu haben, gehe ich davon aus, dass in der Schweiz und anderswo heute täglich Tausende von mehr oder weniger erotischen Selfies verschickt werden. Und zwar von überall her – aus dem Büro, aus dem Schlafzimmer oder von der Baustelle.

Zweifellos ein Alptraum bzw. gefundenes Fressen für selbsternannte mediale Sittenwächter, aber dennoch eine gesellschaftliche Realität und Bestandteil unserer Beziehungskommunikation. Wer die Selfie-Kultur «pervers» findet, darf das selbstverständlich offen sagen. Menschen wegen privater Smartphone-Bildchen öffentlich zu verurteilen, ist heuchlerisch und intolerant. Oder ein Zeichen dafür, dass die eigenen Moralvorstellungen der Zeit hinterherhinken.

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Campaigning, Social Media

Wie überlebt eine NPO einen «Shitstorm»?

Viele Stiftungen und NPO sind auf Social Media aktiv oder möchten die Präsenz auf den Kanälen aufbauen. Facebook und Twitter bieten viele Chancen. Gleichzeitig stellen die Plattformen neue Herausforderungen an die Kommunikation, besonders wenn ein «Shitstorm» losbricht. 

Social Media steht für viele Stiftungen ganz oben auf der Agenda. Facebook und Twitter helfen, eine breite Öffentlichkeit über laufende Projekte und die Stiftungsziele zu informieren. In der Schweiz bauen Stiftungen ihre Präsenz auf den neuen Kanälen laufend aus. Eine wachsenden Online-Gemeinschaft hat beispielsweise die Stiftung Theodora mit rund 22’000 Fans auf Facebook. Aktiv sind auch Swisstransplant (5579) oder die Christoph Merian Stiftung (3545).

Das Engagement auf den digitalen Kanälen wirft die Frage auf, welche Risiken und Nebenwirkungen mit Social Media verbunden sind. Kopfschmerzen bereitet ein neues Internet-Phänomen, das als «Shitstorm» Schlagzeilen machte. Ein Shitstorm ist eine Empörungswelle, die sich rasant über Twitter und Facebook verbreitet. Die öffentliche Entrüstung führt meist dazu, dass sachliche Kritik mit unsachlichen Beiträgen vermischt wird.

Kritik im Sekundentakt

Shitstorms sind höchst selten Produkte des Zufalls, sondern die Folge von negativen Medienberichten oder gezielten Kampagnen. Letztere verfolgen das Ziel, mit Öffentlichkeit Druck zu erzeugen. Eine vergleichbare Empörungsstrategie ist oft Hauptbestandteil von NGO-Kampagnen, um Konzerne oder Regierungen an den Pranger zu stellen, welche beispielsweise die Menschenrechte missachten oder die Umwelt zerstören.

Das Shitstorm auch NGOs mit voller Wucht treffen können, zeigte der Fall des WWF Deutschland. Auslöser war im Juni 2011 ein kritischer TV-Dokumentarfilm. Der Film «Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt» warf dem WWF vor, Konzernen beim «green washing» zu helfen und die Verbreitung von gentechnisch verändertem Saatgut zu befürworten. Bereits während der Ausstrahlung veröffentlichten Zuschauer kritische Kommentare auf Social Media. Nach Medienberichten hagelte es vor allem auf Facebook Kritik im Sekundentakt.

Wie soll eine Stiftung reagieren, wenn ein Shitstorm losbricht? Zunächst empfiehlt es sich, erstmals Ruhe zu bewahren. Nicht jedes laue Lüftchen ist ein Shitstorm. Kritische Rückmeldungen gehören zu Social Media wie der Wind zum Wetter.

Wetterbericht für Social Media

Als erster Orientierungspunkt in der Krise bietet sich die «Shitstorm-Skala» an, die ich zusammen mit Barbara Schwede entwickelt habe. Die Skala ist als Arbeitsinstrument für Kommunikationsverantwortliche gedacht und hilft die Dynamik von Empörungswellen besser einzuschätzen.

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Anlässlich einer Zewo-Tagung zur Krisenkommunikation habe ich Praxistipps vorgestellt, die sich in Shitstorms bewährt haben. Eine der wichtigsten Regeln bleibt, in der Krise den Dialog aufrecht zu erhalten. Wer schweigt und abwartet, hat auf Social Media wegen der hohen Umlaufgeschwindigkeit von Nachrichten bereits verloren.

In der Krisenkommunikation empfiehlt es sich, neben der Inhaltsebene, die Emotionen im Blick zu haben. Denn Wut und Enttäuschung sind die wichtigsten Brandbeschleuniger in einem Shitstorm.

Statt dem lärmenden Publikum nur zu versprechen, den Sachverhalt abzuklären, macht es Sinn, einfach «Sorry» zu sagen. Dies ist kein Schuldbekenntnis, drückt jedoch klar und deutlich das Bedauern darüber aus, dass sich die Leute aufregen. Das kleine Wort ist eine Wunderwaffe und beruhigt im heftigsten Sturm die Gemüter.

Mein Artikel aus: Die Stiftung, Special Kommunikation, Juni 2014

 

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Campaigning, Fundraising, Social Media

«Wer im Netz spendet, spendet mehr!»

Heute findet in Bern der SwissFundraisingDay  statt. Als leidenschaftlicher Campaigner bin auch dabei. In Zukunft wird es für NPO ein zentraler Erfolgsfaktor sein, die Bereiche Kampagnen und Fundraising stärker zu verzahnen. Nur so lässt sich mit Crowd-Campaigning den Schneeball-Effekt von Social Media nutzen, um hohe Reichweite zu erzielen, bestehende Kontakte zu binden und neue Fundraising-Zielgruppen anzusprechen. Mehr dazu gibt’s in meinem Blog «10 Erfolgsfaktoren für Crowd-Kampagnen».

swissfundraisingdayFür die nächste Ausgabe des Fundraiser-Magazins (erscheint am 9. Juli) habe ich einen Artikel geschrieben, in dem ich Stolpersteine für eine engere Zusammenarbeit der beiden Abteilungen beleuchte. Eine spürbare Hürde im Alltag sind oft Mentalitätsunterschiede zwischen Kampagnen-Macher und den Fundraiser.

Die engere Kooperation bei digitalen Projekten bietet viele Chancen. Das zeigt sich auch in meinem Interview mit Online-Fundraiser Kevin Luximon. Ich habe selbst mit Kevin bei Amnesty International Schweiz zusammengearbeitet und schätze seine Professionalität wie Offenheit für Campaigning-Ansätze.

Im Interview fürs Fundraiser-Magazin spricht er über die Herausforderungen und sein Praxiserfahrung im Online-Fundraising, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: «Wer im Netz spendet, spendet mehr.»

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